Die Tatsache, dass es nur ein einziger ist verdeutlicht wiederum die Tatsache wie wenig sich der durchschnittliche Japaner sich für das Outdoor-Leben begeistern können. Nach mittlerweile zwei Wochen, die wir täglich unterwegs sind ist uns außerhalb der Städte auch genau zweimal jemand begegnet, der nicht entweder selbst auf Pilgerreise war oder irgendwelche Arbeiten an seinem Bonsai-Garten oder anderen Besitztümern zu verrichten hatte. Wandern oder überhaupt in der Natur zu sein scheint wirklich nicht verbreitet zu sein und wir rätseln ob es damit zu tun hat dass die vorgewärmte Outdoor-Toilette noch nicht erfunden ist.
Eine weitere Kuriosität, die wir beobachten konnten waren die hängenden Zapfsäulen von Kochi. Vermutlich ist es wieder nur ein schnödes Mittel um Platz zu sparen, aber ich möchte daran glauben, dass es sich um eine Vorstufe zur Verbreitung des Bat-Mobil handelt.
Nach dem Stop in Kochi geht's für uns zunächst mit dem Bus in Richtung des Kap Ashizuri - der südwestlichen Spitze der Insel Shikoku. Da wir mit unseren nur 3 verfügbaren Wochen statt der eigentlich erforderlichen 8 Wochen einige Stücke überspringen müssen entscheiden wir uns unter anderem für das Stück an der Südküste da dort nur stumpfes marschieren auf Küstenstraßen angesagt wäre.
Wir gondeln also mit dem Bus nach Iburi und interessant zu sehen ist, dass es auch in Japan kleine Surfer Städte gibt und dass die Leute dort teilweise sogar ein bisschen Englisch sprechen. Zu Fuß geht es dann das Kap herunter und die Flora und Fauna verändert sich deutlich zu den Tagen davor. Wo die Wälder sonst aus Zypressen und Fichten bestanden und die hohen Nadelbäume zwischen ihren Stämmen großzügige Manövrierflächen gelassen haben ist es im Südwesten fast schon Jungle-ähnlich zugewuchert.
Scheinbar nimmt das mit dem Zuwuchern wohl zwischendurch etwas überhand, sodass in regelmäßigen Abständen Astscheren ausgelegt waren, damit der Landschaftsgärtnerisch interessierte Pilger etwas zur Erhaltung des Wanderwegs beitragen kann.
Auch ein paar neue Tiere und Pflanzen begegnen uns zum ersten Mal und so haben wir zum Beispiel endlich mal einen der grünen Gesellen zu Augen bekommen, die wir sonst nur aus den Reisfeldern quaken hören.
Auf dem Weg zum Kap gab's dann noch ein kleines Missverständnis zwischen uns und Google Maps - ganz offensichtlich hatten wir unterschiedliche Vorstellungen für den Maßstab davon wo eine Abkürzung aufhört und eine unpassierbare Route anfängt ... Letztlich hat sich herausgestellt, dass unsere "Abkürzung" im Endeffekt fast eine Stunde länger gedauert hat - aber wir konnten Google dann im Endeffekt doch nicht recht behalten lassen.
Im Endeffekt haben wir es dann doch bis an die Südspitze geschafft, die ästhetisch wertvoll von einem Leuchtturm gekrönt wird. Darum herum führen lauter kleine Wege von denen man einen wunderbaren Blick auf die Steilküste hat.
Auf dem Weg zurück ist uns dann ein Kamerad begegnet um den wir einen großzügigen Bogen gemacht haben - auch wenn ich nicht sagen kann ob oder wie giftig diese Danger Noodle ist, wollte ich mich jetzt bei ihr auch nicht dadurch unbeliebt machen dass ich ihren Mittagsschlaf störe.
Zu guter Letzt haben wir uns dann wieder einen Schlafplatz mit einem Meerblick gesucht, der wahrscheinlich für ein Hotel unbezahlbar gewesen wäre. Wir hoffen dass die Wassergeister sich mittlerweile an unsere Füße gewöhnt haben und auf den nachfolgenden Regenschauer diesmal verzichten können.
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